Herstellung & Material

Der Brenner eines Glasbläsers mit offener Flamme

Der Brenner – das Herz unserer Glaswerkstatt

Am Gasbrenner bringt der Glasbläser das Glas exakt auf Verarbeitungstemperatur. Die offene Flamme erhitzt es auf über 1.000 °C und konzentriert die Hitze genau dort, wo sie gebraucht wird. Durch feine Drehbewegungen und das Nachregeln von Gas und Sauerstoff wird aus starrem Glas ein formbarer Werkstoff, die Grundlage für unsere mundgeblasenen Gläser „Made in Germany“.

Borosilikat Glasstäbe in verschiedenen Farben

Borosilikatglas – leicht, robust, alltagstauglich

Unsere mundgeblasenen Gläser entstehen aus farblosem Borosilikatglas, einem Glas, das sonst in Laboren und in der Medizin eingesetzt wird. Es ist besonders hitzebeständig, hat eine geringe Wärmeausdehnung und ist unempfindlicher gegen Temperatursprünge als herkömmliches Kristall- oder Sodaglas.

Dadurch bleiben die Gläser stabil, klar und spülmaschinenfest.

Die Werkzeuge eines Glasbläsers liegen auf dem Tisch

Werkzeuge in der Glasbläser-Werkstatt

Für die handwerkliche Herstellung unserer mundgeblasenen Gläser aus Borosilikatglas braucht es keine Maschinenparks, sondern wenige spezialisierte Werkzeuge.

  • Mit dem Kohleauftreiber wird der heiße Kelch geöffnet und in Form gebracht, die Kohleplatte richtet zum Beispiel den Fuß aus.
  • Der Blasschlauch kommt bei größeren Kelchen zum Einsatz, damit sich das Glas gleichmäßig aufbläst.
  • Ein Messschieber hilft dabei, Höhe und Durchmesser einer Serie im gleichen Bereich zu halten.
  • Am Ende prägt ein Stempel das Logo in das Glas, als sichtbares Zeichen der Herkunft. Schutzbrillen schützen die Augen vor grellem Flammenlicht.
Zwei Flamingo Weingläser stehen im Ofen der Glasbläserei

Der Temperofen – entspannt das Glas

Nachdem ein Glas am Brenner fertig geformt ist, kommt es in den Temperofen. Dort wird das Borosilikatglas noch einmal auf ungefähr 560 °C gebracht – in diesem Bereich können sich im Material entstandene Spannungen wieder lösen.

Anschließend kühlt der Ofen das Glas in einem kontrollierten Verlauf langsam ab. So verteilt sich die Temperatur gleichmäßig, innere Spannungen bauen sich ab und das Glas wird deutlich unempfindlicher gegenüber Stößen und Temperatursprüngen. Erst nach diesem Schritt ist ein mundgeblasenes Borosilikatglas wirklich alltagstauglich: stabil, spannungsarm und spülmaschinenfest.